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Beschreibung:
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Klappentext des Buches: Von Deutschland aus hat die Autorin miterlebt, wie im Mai 1994 ihre Mutter, ihr Bruder und ihre ganze weitere Verwandtschaft in Ruanda ermordet wurden. Erschlagen von einem Hutu-Nachbarn, der Familie lange bekannt. Ihre Trauer hat sie nach und nach schriftlich festgehalten. Die therapeutische Auseinandersetzung mit der Ermordung begleitend, erinnert sie sich an Szenen aus der Heimat, schildert die Beziehung zu ihrer Mutter und geht immer wieder der Frage nach, wie der Nachbar, mit dem die ganze Familie freundschaftlich verbunden war, zum Mörder ihrer Mutter und der weiteren Verwandtschaft werden konnte. Ein Bekannter hat der Autorin einen kleinen Stein des völlig zerstörten Elternhauses mitgebracht. Diesen trägt sie nun immer bei sich. Eugénie Musayidire floh 1973 aus Ruanda, nachdem ihr Name auf einer Liste mit Tutsis auftauchte, die verhaftet werden sollten. Sie flüchtete zuerst nach Burundi, wo sie an der Universität URUMULI Wirtschafts- und Sozialwissenschaften studierte. Vier Jahre später stellte sie einen Antrag auf politisches Asyl in Deutschland, das sie auch erhielt. Von 1977 bis 1985 absolvierte sie in Deutschland eine Ausbildung als technisch-pharmazeutische Assistentin. Sie gründete eine Familie und war in Siegburg im Referat Migrations- und Ausländerarbeit des dortigen Evangelischen Kirchenkreises tätig. Im Mai 1994 musste sie erfahren, dass ihre Mutter von einem Nachbarn aus ihrem Dorf erschlagen worden war. Auch ihr Bruder, seine Frau und seine vier Kinder sowie weitere 22 Verwandte fielen Mordtaten zum Opfer. Eugénie Musayidire hatte als Kind mit dem Mörder ihrer Mutter gespielt. Nur mit psychotherapeutischer Hilfe gelang es ihr, das Massaker an ihrer Familie und ihre Schuldgefühle zu verarbeiten. Bewegendes Zeugnis dieses schwierigen Prozesses ist ihr 1999 erschienenes Buch „Mein Stein spricht“, in dem sie der Frage nachgeht, wie der Nachbar, mit dem ihre Familie schon so lange freundschaftlich verbunden war, zum Mörder werden konnte. Der damalige Bundespräsident, Johannes Rau, schrieb dazu: „Ich bin sicher, dass [das Buch] einen Beitrag leisten kann, die Tragödie in Ihrem Heimatland nicht zu vergessen. Fragen, wie Sie sie stellen, müssen immer wieder gestellt werden.“ Um eine Antwort auf die quälenden Fragen zu finden, reiste sie Anfang 2001 nach Ruanda. Über die Begegnung mit dem Mörder ihrer Mutter und die Rückkehr in ihr Heimatdorf ist eine beeindruckende Fernsehdokumentation entstanden, die im Jahr 2003 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde. Die Erfahrungen, die sich für Eugénie Musayidire mit ihrem eigenen Schmerz, ihrer Verzweiflung und ihrem Zorn verbinden, haben sie in dieser Zeit immer deutlicher erkennen lassen, wie wichtig es ist, aktive Versöhnungsarbeit zu leisten. Vielen - vor allem jungen - Menschen, denen sie unter den beiden verfeindeten Volksgruppen der Tutsi und Hutu begegnet ist, leiden bis heute unter den Folgen des Genozids. Zeugen und Opfer der furchtbaren Geschehnisse sind traumatisiert und scheinbar sprachlos. Um diesen Menschen zu helfen, gründete sie im Juni 2001 den Verein „Hoffnung in Ruanda“. Ziel dieses Vereins ist es, in Ruanda Orte der Begegnung aufzubauen. Durch gezielte Hilfestellung und therapeutische Angebote sollen die Betroffenen in die Lage versetzt werden, über ihre persönlichen Erinnerungen an den Völkermord zu sprechen. Gleichzeitig sollen öffentliche Veranstaltungen zur intensiven Beschäftigung mit den Ursachen und Folgen des Genozids beitragen. Eine zentrale Rolle spielte für sie dabei die Auseinandersetzung mit dem Holocaust in Deutschland, auch wenn es Jahrzehnte bedurfte, die Menschheitsverbrechen an Juden sowie Sinti und Roma aufzuarbeiten. Mit Unterstützung des Evangelischen Entwicklungsdienstes ist sie im Januar 2003 zum Aufbau des Projekts nach Ruanda zurückgekehrt und hat auf einem Grundstück in Nyanza, das von ihr gestiftet wurde, das Jugendbegegnungs- und Therapiezentrum „IZERE“ errichtet. Im September 2007 wurde Eugénie Musayidire mit dem Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis ausgezeichnet. |