Johanna
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Re:Neuer Vorschlag - Ake - 08/10/2009 12:50
Mir fehlt eben gerade das Erleben eines Kindes. Ich lese dort detaillierte Umgebungsbeschreibungen und politische Ereignisse, einige gänzlich ohne Bezug vorgebrachte Ereignisse und erahne eine Kindheit nur zwischen den Zeilen. Diese Kindheit fehlt mir im Roman.
Ich kann auch keine doppelte Erzählperspektive erkennen, sondern nur eine: der Erwachsene erzählt über seine Kindheit. In einem Fall springt er dann in eine kindliche Perspektive über, für mich völlig unpassend, ähnlich der Zeichentrickfassung von "Heidi", in der Heidi durchgehend hochdeutsch spricht, und dann in Frankfurt mit dem Hochdeutschen Probleme hat, und beispielsweise statt "Gnädige Frau" "Frau Gnädige" sagt, eine Pointe, die zwar im Buch bei einer schwizerdütsch sprechenden Heidi gut herüberkommt, bei einer hochdeutsch sprechenden aber unpassend und verfehl wirkt. Das ist in "Ake" die Szene in der er als Fünfjähriger(?) der Musikband folgt und dann nicht weiß wie sein Vater heißt. "My father's name is headmaster" ist etwas, was er wohl noch lange gehört hat, ÜBER sich zu diesem Vorfall, nicht selbst erinnert. Im Zusammenhang mit der erwachsenen Erzählperspektive, dem Kind aufgedrückt als sei sie echt, wirkt es eigenartig künstlich.
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