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Re:Das Auge des Leoparden... - 12/11/2008 14:32 Begründen werde ich schon, Anna.
Ich muss dazu noch den richtigen Anlauf finden, nicht einwach irgend was hinschreiben, zwischen der einen und der anderen Tätigkeit.

@Lena,

Ich habe deine Adresse nicht mehr. Hast du übrigens mit Nina Kontakt?
Die wohnt ja jetzt in Wien und hat das Buch gelesen.
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Frage an Anna: - 12/11/2008 14:35 Gibt es hier jetzt gar keine Editierfunktion mehr?

Da bleiben ja alle meine dummen Tippfehler für immer und ewig erhalten....
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Re:Frage an Anna: - 12/11/2008 15:02 Johanna schrieb:
Gibt es hier jetzt gar keine Editierfunktion mehr?


ja, die gibt es nicht mehr, nachdem von Usern rückwirkend alte Postingsinhalte gelöscht wurden


Da bleiben ja alle meine dummen Tippfehler für immer und ewig erhalten....


es gibt ja die Vorschau und was sind schon Tippfehler, die Texte sind ja auch mit diesen zu verstehen
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Re:Frage an Anna: - 12/11/2008 22:02 tja,
meine adresse hast du nicht mehr ...
wie kann ich sie dir zukommen lassen?

mit nina habe ich ähnlich viel kontakt wie mit dir - übers netz.
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Re:Frage an Anna: - 13/11/2008 16:19 Du kannst sie mir über PN im MK zukommen lassen. Ich schreibe dort als Atare.

Oder du pnnst Nina an. Es wäre vielleicht einfacher und schneller, wenn sie dir das Buch leiht, als wenn du warten musst, bis ich mal auf die Post komme...

Bei der Gelegenheit könntest du sie ja daran erinnern, dass Annas Forum wieder offen ist und sie zur Diskussion um dieses Mankell Buch einladen...
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Da sich die Diskussion um... - 25/12/2008 16:16 ..."Das Auge des Leoparden" anscheinend von Selbst erledigt hat, und es für mich immer schwerer wird, mich detailliert an den Inhalt zu erinnern, schreibe ich an diesem Christtag, einem freien, also frei ausfüllbaren Tag, einmal zusammen, was noch an Daten zu diesem Thema in meinem Kopf gespeichert ist. Nachlesen könnte ich im Falle einer Diskussion immer noch.

Zur Form:

Wo anfangs auf lebhafte und erfrischende Weise mit Rückblicken verfahren wurde - Hans Olofsen erinnert sich in einem heftigen Malariafieberanfall an seine Kindheit und seine Ankunft in Afrika - wird dieser Stil später recht nervig.
Das Hin-und-Her-Gehüpfe zwischen seiner Prä-Afrikaphase und seiner Afrikaphase wird zunehmend fabriksmäßig heruntergerattert, als wäre es reine Pflichterfüllung, die Weitererzählung der Rückblicksgeschichte steht in keinem Zusammenhang mehr mit Geschehnissen im gegenwärtigen Leben des Haupcharakters. Das geht so weit, dass ein Kapiteleingeleitet wird mit : "Und dann? Was fehlt noch? Es fehlt das letzte Jahr, ...."
Das wirkt auf mich wie ein sinnloses Hin und Her, zerreißt nur den Erzählfluss und nervt von Kapitel zu Kapitel immer mehr.
Am Besten wäre noch, das Buch kapitelweise zu zerlegen und in der richtigen Reihenfolge wieder zusammenzusetzen. Aber naja...

Zwei Themen fallen mir in der Gestaltung auf, anscheinend Lieblingsthemen des Autors, die es auch im "Chronisten der Winde" zu erlesen gibt, nämlich die Rückblicksform eines dem Tode Nahen, wobei hier Hans Olofson letzendlich doch überlebt, und das Thema von Jungens, die geschickt in Häuser einbrechen ohne dort etwas zu stehlen.

Zur Geschichte:

Ganz grob zusammengefasst geht es um Hans Olofsen, einem jungen Mann aus schwierigen und hinterwäldlerischen Verhältnissen, der ohne jeden Ehrgeiz eher zufällig auf Afrika stößt, weil eine "Freundin" immer von einer Missionsstation dort begeistert war, und er in seinem Lebensfrust ohnehin keine besseren Pläne hat.
Dort angekommen trifft er auf Weiße, die ihm weiterhelfen, darunter die Besitzerin einer Hühnerfarm. die den jungen weißen Mann bei sich behält und ihm dann die Farm übergibt.
Er führt sie 18 Jahre lang weiter und verläßt nach einigen schlimmen Vorkommnissen Afrika um in seine Heimat zurückzukehren.

Da diese Geschichte auf eine Weise mein eigenes Leben streift, geht es doch um eine Hühnerfarm in Afrika, stößt mir die grobe Vereinfachung dieser Tätigkeit so wie sie Mankell beschreibt doch recht sauer auf.

Jeder dahergelaufene Weiße kann ohne weiteres eine Hühnerfarm betreiben, ohne jegliche Grundkenntnisse, die Hühner fressen eh nur Maisabfälle - oho! Maisabfälle für Käfighühner? 200 Schwarze arbeiten auf einer Käfigfarm mit ganzen 20 000 Hühnern - man lasse sich das auf der Zunge zergehen! Zwanzigtausend!! Ergo arbeitet ein Mann pro 100 Hühner (tägliches Hühnerstreicheln?).
Nach Adam Riese erwirtschaften also 100 Hühner Gewinn für die Familie des Arbeiters und es bleibt noch genug, multipliziert mit 20, für Hans Olofson, der damit sein Konto füllt, für diverse Bestechungsgelder UND für die ehemalige Besitzerin, die davon in Europa noch gut lebt.
Der Sinn der Käfighaltung besteht darin, nur wenige Arbeitskräfte zu benötigen.
Sie ist Inverstitionsintensiv und recht teuer in der Erhaltung, dafür braucht es nur einen Mann für ca. 10 000 Tiere.
Wie einfach das wäre, würden 100 Hühner eine Familie ernähren, und noch ein paar teure Leutz dazu....

Ein Witz das Ganze, der für mich nur ärgerlich ist.

Mankell hat null Ahnung von Hühnerhaltung, zumal Käfighaltung, die noch dazu einer ausgeklügelten Haltungsstruktur im Land selbst bedarf, da sie auf einer völligen Spezialisierung der Haltungsarten basiert. Es muss Elterntierherden geben und Aufzuchtstationen. In Zambia in den frühen Siebzigern?
Dazu muss das Federvieh auch mit speziellem Futter versorgt werden um überhaupt gesund genug zu bleiben um die erwünschten Eier zu legen. (Die Legerate, von der im Buch die Rede ist, ist ebenso ein Witz - bei diesen Bedingungen, zu dieser Zeit?)

Man muss wohl um den Roman genießen zu können diesbezüglich ein Laie sein, dann fällt es einem nicht auf.

Aber all das beiseite, zum Hauptthema:

Die Rassenfrage, DER AFrikaner, DER Weiße:

Hundertmal wird wiederholt, wie unmöglich es für DEN WEißen ist, DEN Afrikaner zu verstehen.
Trotzdem wird DER Afrikaner die selben Hundertmal analysiert und beschrieben. Dazu dient auch der Charakter des afrikanischen "Freundes" von hans Olofson - weil der als Afrikaner kann ja wahre Aussagen machen üder DIE....
"Der weiße Mann arbeitet schnell und hart, aber Eile und Ungeduld sind in den Augen der Schwarzen ein Zeichen fehlender Intelligenz".

WER arbeitet da hart? Hans Olofson, der 200 Arbeiter auf einer Hühnerfarm von 20 000 Hühner arbeiten läßt? Er passt auf, dass DIE keine Säcke stehlen...
(Mein Schwiegervater und diverse Bekannte sind da schon eher der Meinung, dass der weiße Mann garnicht arbeitet...)

Des Langen und Breiten wird DER Schwarze beschrieben. Er wäre zwangsläufig abergläubisch, er würde, um ein Detail zu erwähnen, niemals nach einer geeigneten Grabstätte suchen.
Kenne ich doch ETWAS anders.
Seit wann ist es Angewohnheit der Weißen, sich Grabstätten zu suchen? Nix mehr Friedhof?
Oder die Behauptung, die Schwarzen würden den früheren weißen Verwalter, einen Alkoholiker im Endstadium, für einen Heiligen halten, weil er in seiner Hütte herumrandaliert.
Schwarze wissen ja wohl nichts von Räuschen und sich zu Tode trinken, obwohl sie selber laut Autor auch dem Alkohol nicht abgeneigt sind. Nie gesehen, dass jemand daran zugrunde geht und wie das aussieht. Der weiße Alkoholiker macht denen Angst....

So zieht sich das durch das ganze Buch.

Das "Auge des Leoparden" selber ist im Endeffekt der afrikanische "Freund" von hans Olofson, der ihn immer beobachtet, und letzendlich auch versucht, ihn zu ermorden.
Das Thema der weißenmeuchelnden Schwarzen zieht sich ebenfalls durch das Buch, erweist sich letzendlich auch als richtig.

Ich meine, es gibt drei Arten des Rassismus:
Den negativen Rasismus - der Neger ist ein fauler Bastard, niederer Mensch,etc...
Den positiven Rassismus - der Afrikaner ist natürlicher, freier, offener, echter, als der Weiße, etc..
Und den meiner Meinung nach schlimmsten Rassimus, den herablassenden, gewährenden und toleranten Rassismus, die beiden anderen Ansichten kombiniert und dem Schwarzen trotzdem eine Lebensberechtigung zugesteht. Man kann die eben nicht verstehen.

Ganz schlimm ist für mich in diesem Bild auch die Darstellung des positiven Afrika in Gestalt von Joyce Lufuma und ihren Töchtern, denen er nach dem Tod von Ehemann und Vater durch einen Unfall auf seiner Farm immer wieder großzügig geholfen hat und zu der er eine Art von platonischer Liebesbeziehung führt.

Mir dreht es da gelinde gesagt den Magen um.

DAS ist Afrika, das gute, zukunftsträchtige Afrika, eine mittellosem von Schicksal gebeutelte Frau, die ihre Töchter allein großziehen muss, die dabei
graziös und edel all die ihr aufgebürdete Arbeit ohne zu Murren erledigt.

Auch hier wird großzügig mit Klischees gespickt, vergessen beispielsweise die Töchter den sexuellen Missbrauch durch einen Bekannten von Hans Olofson sofort und problemlos wieder. DER Afrikaner lebt in den Tag hinein. Was vorbei ist, ist sofort vergessen.

(Auch hier erinnere ich mich an eine Verallgemeinerung, dass nämlich Töchter sexuelle Übergriffe von väterlichen Verwandten einfach so hinzunehmen haben. Auch das kenne ich so nicht. Todschweigen der Schande wegen ja, aber als normal akzeptieren nie!)

Im Großen und Ganzen ist der Roman eine Neuauflage von "Heart of Darkness", von dem hier schon einmal die Rede war.

Vielleicht meldet sich ja doch noch irgend jemand für eine kleine Diskussion, um das noch etwas zu vertiefen, noch ein wenig herumzugraben.

P.S:
Das Originalposting, also das von mir einigermaßen gut durchgelesene, hat sich beim Posten verflüchtigt. ich habe also eine frühere, abgespeicherte version geschickt.
Falls es Unstimmigkeiten und Fehler gibt, bitte melden, denn ich les' das gewiss jetzt nicht nochmal durch...
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