Re:Neuer Vorschlag - Ake - 25/09/2009 16:36mmmhhh, du meinst es handelt sich um ein weihwasserbecken für den privatgebrauch. mysteriös. was mich auch verwundert: der bub nennt seine mama wildchristian. ich kapier ja warum die diesen spitznamen hat, aber ich habe noch keinen nigerianer kennengelernt, der seine mama mit namen anspricht.
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Johanna
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Re:Neuer Vorschlag - Ake - 25/09/2009 22:44Mein Mann hat nach eigenen Angaben als kleines Kind seine Mutter mit ihrem Vornamen angesprochen. Mein Großer mich auch, aber der zählt ja nicht...
Ich meine übrigens nicht, dass es sowas wie ein privates Weihwasserbecken war, sondern sagte nur, dass es mich an eins erinnert. Ich meine, es war ein Handwaschbecken, wo man sich die Hände wäscht. Kein an eine Wasserleitung angeschlossenes, sondern so eins die wir als Kinder "Lavoar" genannt haben. Es ist in Nigeria nicht üblich, sich die Hände IM Becken zu waschen, sondern man schöpft mit der Hand schnell was heraus und wäscht sich damit außerhalb des Wassebeckens die Hände oder was auch immer, damit das Wasser im Becken sauber bleibt.
"Wild Christian" stelle ich mir als eine resolute Christin vor, die ihren Glauben hochhält, verteidigt und auch dafür wirbt. "Wild", weil sie den Kindern gegenüber oft handgreiflich wurde. Es gibt in Nigeria die Angewohnheit Kindern zur Strafe auf den Kopf zu schlagen, mit den Fingerknöcheln der geballten Faust. Das nennt sich im Pidgin "conking", und das Kind sieht schon mal Sterne.
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Mango
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Re:Neuer Vorschlag - Ake - 07/10/2009 14:49Gucke zum ersten Mal seit ... hier rein und stelle fest, dass es um ein Buch geht, das ich gerade im Frühjahr in Kamerun gelesen habe.
Mir hat es gut gefallen. Ich hatte die englische Version und dazu parallel das - allerdings stark verkürzte - deutsche Hörbuch. Die englische Taschenbuchausgabe habe ich mir übrigens gekauft, nachdem es mich bei dem Hörbuch so irritiert hatte, dass der Leser das "Wild Christian" halb und halb ausspricht, also das "wild" deutsch und das "Christian" englisch.
Ich habe den Namen Wild Christian übrigens als Gegensatz zum "Dogma Christian", als den er den Vater wahrgenommen hat, verstanden. Also der Vater hat mit dem Kanonikus und dem Buchhändler immer theologische Diskussionen geführt , während er von der Mutter auch all die Dinge über Ogungun (da bin ich mir jetzt nicht sicher, ob es sich so schreibt) und andere Wesen der Yoruba-Kultur erfahren hat.
Ich fand das Buch toll und habe - vergeblich - versucht, meinen Schwiegervater dafür zu begeistern ... Als nächstes versuche ich es bei meiner Mutter.
Gruß, Mango
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Johanna
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Re:Neuer Vorschlag - Ake - 07/10/2009 23:31Ach ja, noch was:
Du kannst natürlich recht haben mit deiner Interpretation von "Wild Christian". Ich kann mich nicht erinnern wo er von seiner Mutter jemals irgend etwas erfahren hat, aber möglich ist es schon. Wie schon gesagt ist MIR ja eine große Beziehungslosigkeit aufgefallen, ein neben allem und allen stehen. Das einzige Mal das ich mich erinnern kann, an dem die Mutter mit ihm in direkten Kontakt tritt, ist wo sie den kleinen Bruder gegen ihn aufhetzt. Es wird halt sowas sein wie mit der Zwölfton-Musik...
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Mango
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Re:Neuer Vorschlag - Ake - 08/10/2009 12:17Ich mag generell gerne Biographien und besonders Autobiographien sowie Kindheitserinnerungen.
Deinen Eindruck der Beziehungslosigkeit kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Nur weil jemand hauptsächlich seine eigene innere Wahrnehmung schildert, lässt sich daraus doch nicht schlussfolgern, er stünde zu nichts und niemandem in Beziehung. Dass die Mutter, der Vtaer, die Schwester, die Lehrer etc. nicht mit ihm in direkten Kontakt getreten seien, wäre mir nie in den Sinn gekommen.
Mir gefällt es gerade, die Dinge aus einer Art doppelten Erzählerperspektive zu erfahren, nämlich wie jemand als Kind seine Umwelt und seine Mitmenschen wahrgenommen hat und was er als Erwachsener noch zusätzlich dazu aufführt. Und ich habe auch kein Problem damit , dass er sich an manchen Stellen, zum Beispiel wo es um seine "Einschulung" mit knapp drei Jahren geht, als besonders begabtes Kind darstellt. Jeder Mensch ist einzigartig, jeder auf seine Weise, und zu seiner Einzigartigkeit gehört es unter anderem, dass er seine Kindheit für mich faszinierend und lehrreich aufschreiben konnte.
Ich möchte z.B. meiner Mutter dieses Buch geben, weil sie zur gleichen Zeit Kind war und ich das interessant finde, wie unterschiedlich und andererseits vielleicht auch ähnlich, Kindheit in dieser Zeit erlebt wurde.
Mango
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