Die unerbittlichen Väter bei M. Ndiaye - 23/09/2010 13:53Norah (S. 48) : "... denn sie kannten das unaufmerksame Herz ihres Vaters und dessen Neigung, seine Umgebung unter seinem kalten Willen zu zwingen."
(S. 49): "Denn so war ihr Vater, ein unerbittlicher, fürchterlicher Mann."
Diesen Satz wiederholt Norah mehrmals, wenn sie über ihren Vater denkt, erzählt.
Trotzdem hat sie in all den Jahren seine Nähe (Zuneigung?) gesucht und ist seiner Bitte nachgekommen, zu ihm zu kommen ...um über "wichtige, schwerwiegende Dinge" mit ihm zu reden. (S. 20)
Sie begegnet einem körperlich völlig heruntergekommen Mann. Gelingt es ihm immer noch sie einzuschüchtern?
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Seestern
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Re:Die unerbittlichen Väter bei M. Ndiaye - 29/09/2010 12:56Warum ist Norahs Vater ein fürchterlicher, unerbittlicher Mann?
Er beschließt nach immerhin mehr als 10 Jahren Ehe, aus der 3 Kinder hervorgegangen sind, sein Familie in Frankreich zu verlassen, weil er für sich keine berufliche Perspektive sieht. Er beschließt, nur seinen kleinen Sohn mitzunehmen und zieht das bei einer Nacht-Nebel-Aktion durch. Entführung letztendlich, denn er droht seiner Frau, sich selbst und dem Jungen "die Kehle durchzuschneiden", falls sie im Senegal auftaucht. Die Frau scheint ihn sehr ernst zu nehmen, denn sie ist äußerst vorsichtig, um den Kontakt nicht ganz zu gefährden und wenigstens den beiden Töchtern Besuche beim Vater und Bruder zu ermöglichen. Es ist ihm "gelungen", aus dem kleinen Jungen eine Marionette zu machen. Die beiden Töchter lässt er spüren, dass er sie nicht liebt. Das weitere Leben seiner Frau scheint ihm egal zu sein. Erst, als sie wieder verheiratet ist, darf sie ihren Sohn wiedersehen. Da ist es zu spät.
Norah beschreibt einen Tyrannen.
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Sweetycrazy
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Re:Die unerbittlichen Väter bei M. Ndiaye - 29/09/2010 13:25Seestern schrieb: Warum ist Norahs Vater ein fürchterlicher, unerbittlicher Mann?
Weil er ein Patriarchat ist. Ich weiss auch nicht genau, warum Norahs Vater so ist. Das hängt warscheinlich mit seiner Mentalität zusammen. Aber im Buch wird nicht erklärt warum er so ist, jedenfalls habe ich nichts davon erlesen können. Könnte sein, das er den Jungen als wertvollen Erben gesehen hat und seine Töchter als Wertlos betrachtete, so, wie er Frauen allgemein behandelt hat. Aber seine Einstellung hat ja Lügen gestraft. Später betrügt Sony ihn, mit der Ehefrau seines eigenen Vaters, was zum dramatischen Eklat kommt. Das ist für mich wie ein Bummerang Effekt.
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Helga
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Re:Die unerbittlichen Väter bei M. Ndiaye - 29/09/2010 16:38Sweetycrazy schrieb: Seestern schrieb: Warum ist Norahs Vater ein fürchterlicher, unerbittlicher Mann?
Weil er ein Patriarchat ist.
Da drängst sich mir aber die Frage auf, ob jeder Patriarch "Fürchterlich" und "Unterbittlich" ist.
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Helga
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Re:Die unerbittlichen Väter bei M. Ndiaye - 29/09/2010 16:41Für mich ist die Unerbittlichkeit dort besonders eindrücklich beschrieben, wo sie nicht direkt dargestelllt wird, sondern mittelbar: in dem Verhalten der beiden kleinen Kinder von Norahs Vater. Die sehen ihren Vater kühl und distanziert an, er wirkt ihnen gegenüber fast eingeschüchtert. Wie "fürchterlich" muss ein Mann sein, dass seine eigenen Töchter ihm in diesem Alter so begegenen?
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Sweetycrazy
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Re:Die unerbittlichen Väter bei M. Ndiaye - 29/09/2010 17:13Helga schrieb: Sweetycrazy schrieb: Seestern schrieb: Warum ist Norahs Vater ein fürchterlicher, unerbittlicher Mann?
Weil er ein Patriarchat ist.
Da drängst sich mir aber die Frage auf, ob jeder Patriarch "Fürchterlich" und "Unterbittlich" ist.
Für mich stellt Norahs Vater ein Patriarchat dar, vorherrschaftlich gesteuert, was für mich, wie Seestern so schön, am Beispiel der Entführung des Sohn Sony angeführt hat. Ich bin mir sicher, das jeder Patriarchat(nicht nur Norahs Vater) unterschiedlich eigenwillige herrschaftliche Charakterien aufweist. Das ist meiner Interpretation nach, schon Fürchterlich genug.
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