|
Beschreibung:
|
Klappentext des Buches: »Blutendes Land« ist der Roman einer kollektiven Erinnerung an die Lebenszeit von drei Generationen einer Familie: der des tanzanischen Autors Ismael R. Mbise. Er gestaltet seine Geschichte weitab von europäischen Literaturtraditionen, er erzählt sie den Afrikanern. Es ist die brutale Geschichte vom Hereinbrechen der Kolonialherren und ihre Wirkung auf Selbstgefühl und Identität seiner Landsleute in einem Dorf des Meru-Stammes. Es ist auch die nicht weniger böse Geschichte der neuen Herren, der freien Regierungen nach der Unabhängigkeit. Mbise schreibt: »Ich war ein kleiner Junge, als Engare Nanyuki im November 1951 von den Kolonialherren niedergebrannt wurde. Aber ich werde nie den schrecklichen Anblick vergessen, das Bataillon bewaffneter Soldaten, den Konvoi offener Landrover, die Planierraupen, die Regierungsbeamten in ihren prächtigen Uniformen, die Zerstörung der Hauser, das Spannen der Gewehre, das Klicken von Stiefeln mit Schnall en, das Schreien der Frauen und Kinder, Ratten und Katzen, das Zerreißen von Familien . . . und ich werde nicht das gekochte Ei vergessen, das ich den Händen meiner Mutter entriß.« Den europäischen Leser, der sich auf diesen Roman einläßt, erwartet ein herber literarischer Genuß. Die Wahl der Szenen, der Umgang mit historischen Fakten, die beunruhigenden Erzahlungen an den Nachtfeuern, des Autors gnadenlose Beschreibung der deutschen und englischen Kolonialherren - all das ist nicht leicht konsumierbar, sondern erfordert Eindringen in die Mentalität der Betroffenen, der Afrikaner. Trotz aller Bitterkeit ist »Blutendes Land« ein Roman von der Befreiung, die die Unterdrücker mit einschließt. Was der Autor im Vorwort sagt, gilt in diesem Sinne auch dem europäischen Leser: ». . . das Buch sollte uns weiterführen, Fragen an uns stellen. 1st der einfache Mann sein eigener Herr im Zeitalter der Uhuru? Betritt der Diener das Haus seines Herrn immer noch durch die Hintertür?« Ein Roman gegen das Vergessen weil die Vergangenheit die Gegenwart mitgestaltet. Ismael R. Mbise wurde 1944 in Meru/ Tanzania geboren. Van 1967 bis 1971 Studium der Erziehungswissenschaften in Dar es Salaam, van 1971 bis 1973 an der York University in Toronto/Kanada.
|